Bildungsfahrt nach Berlin 2007
Landesheimrat Hessen.
Wir bewegen was.
Der Landesheimrat zu Besuch im Justizministerium
Am 21. Juni 2007 hatten vier Mitglieder des Landesheimrats Hessen, gemeinsam mit zwei der Berater und einem Heimratsmitglied des Johannesstift eine Treffen mit der Justizministerin Brigitte Zypries, aus Hessen, im Bundesjustizministerium in Berlin.
Zuerst wurden am Eingang die Personalien der Teilnehmer festgestellt und überprüft, nach kurzem Warten wurden alle herzlich durch eine von Frau Zypries Mitarbeiterinnen in Empfang genommen.
Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte des Gebäudes in dem das Justizministerium untergebracht ist, durch eine Mitarbeiterin gesellte sich die Ministerin der Gruppe hinzu und diskutierte offen die vorbereiteten Themen.
Im Gespräch wurde über Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Ihrer Erziehung gesprochen, wozu das Justizministerium kürzlich eine Broschüre herausgebracht hat. Frau Zypries war sehr interessiert an der Arbeit des Landesheimrat, da sie ja selbst aus Hessen stammt und dort nach wie vor in Ihrem Wahlkreis, Darmstadt, tätig ist.
Es wurde auch darüber gesprochen, dass oft viel zu spät durch Jugendämter oder Polizei bei Misshandlungen von Kindern eingreifen und wie unbegreiflich es sei dass Eltern die bereits als Misshandelnde bekannt sind ihre Kinder behalten dürfen. Hier waren sich alle einig dass in solchen Fällen schneller und massiver eingegriffen werden müsse.
(hierzu ist kürzlich ein neues Gesetz erlassen worden)
Ausserdem wurde über das Recht auf Bildung und die Tatsache gesprochen, dass diese Recht bei der heutigen Zweiklassengesellschaft, zu kurz kommt. Als Schlagworte wurde hier Studiengebühren, Klassenfahrten und Anschaffungspreise von Lehrmaterialien angebracht, sowie dass die Schulklassen zu groß seien und die individuelle Förderung zu kurz kommt.
Zum Thema Studiengebühren erklärte Frau Zypries das Modell der Leihe und Rückzahlung an den Staat..
Auf die Frage warum es einen Landesheimrat als Gremium der Partizipation nur in Hessen gibt wusste Frau Zypries keine Antwort. Fand allerdings die Idee ein Deutschland weites Gremium für Kinder- und Jugendliche in Einrichtungen zu haben eine sehr gute Idee. Sie gab die Idee auf den Weg sich mal mit den Jugendämtern der einzelnen Bundesländer darüber zu unterhalten.
Auch die Tatsache, dass in multi kulturellen Einrichtungen, zwar Kinder und Jugendliche aller möglichen Herkunftsländer und Religionen untergebracht sind, jedoch oft kein multikulturelles Personal dort arbeitet, war für alle nicht nachvollziehbar. Die Notwendigkeit Erwachsene da zu haben die sich mit der Religion der Bewohner auskennen, sollte selbstverständlich sein für die Erziehung.
Auch sollten in jedem Multikulti-Haus die jungen Menschen die Möglichkeit haben ihre Religion auszuüben, also auch z.B. Ramadan machen können und dabei die Unterstützung der Erwachsenen zu bekommen.
Unter dem Gesichtspunkt Streichungen im Sozialsystem und unsinnige Staatsausgaben wurde die Gesundheitsreform und die Praxisgebühr diskutiert sowie ihre Folgen für sozial Schwache.
Auch dass es kein Landesjugendamt mehr gibt, sondern nur noch die Jugendämter der Städte und Kreise, deren Mitarbeiter oft so viele Aufgaben haben, dass die Heimaufsicht zu kurz kommt, ganz zu schweigen von der Partizipation, wurde bemängelt.
Zu diesem Thema brachte der LHR sein Unverständnis darüber an, dass unendlich viel Geld in Dinge wie Rüstung und Personenschutz ausgegeben wird, jedoch viel zu wenig Geld für Kinder- Jugend und Familienförderung vorhanden ist.
Bei dem Treffen herrschte eine sehr angenehme, anfangs etwas unsichere Stimmung, was sich jedoch schnell legte. Alles in allem waren alle mit dem Treffen zufrieden auch wenn es keine Antworten gab, jedoch die Tatsache bei de Justizministerin, in Bezug auf Jugendhilfe und -förderung, offene Türen einzulaufen war auch eine sehr gute Erfahrung.
_________________________________________________
Für den LHR im Juli 2007
Thania Hafez (LHR-Beraterin)
| < Zurück |
|---|
| Neueste Nachrichten: | Meist gelesen: |





